Interview

Fragen an den AVS

Beschreibung der heutigen Realität bzw. Ausgangslage / Status quo: Wo drückt heute der Schuh? Welche Probleme gibt es?

Der Chef des Alpenvereins Südtirol (AVS) Georg Simeoni findet, dass vor allem bei Toponomastik die verantwortlichen Landespolitiker nicht die Schneid haben, ihre Gesetzgebungskompetenz auszunützen: zum Beispiel was die Beschilderungsmaterie betrifft, aber auch bei den Steigen und Klettersteigen.
Der AVS macht seine Arbeit, dann kommt der Tourismusverein, dann kommen die Rosser und am Ende wird dann viel zu viel in Rom nachgefragt. Auch bei der Personalpolitik und beim Sanitätswesen wird bei jeder Kleinigkeit nachgefragt. Man meint abhängig zu sein und lässt sich bevormunden.

Welche Stärken und Schwächen sehe ich im Rahmen meiner Tätigkeit im bestehenden gesetzlichen Umfeld?

Der aktuelle Südtirol-Konvent könnte alles verwässern, es gibt beim Konvent auch offensichtlich kein richtiges Konzept. Die Italiener im Lande hoffen nach wie vor auf Rom. Wir Deutsche und Ladiner müssten unsere Sache verteidigen, darauf kommt es an.

Ziele und strategische Entwicklung von Ideen

Grenzverschiebungen sind für Georg Simeoni schwer vorstellbar. Ressentiments der Italiener gegen Deutsche keimen immer wieder auf. Italiener werden mit aller Macht versuchen zu verhindern, Südtirol loszulassen. Es wäre sehr erstrebenswert, nicht mehr bei Italien zu sein. Italiener haben generell Angst vor allem Deutschen, und deshalb versuchen sie, jenes Volk, das sie immer bekämpft haben, zu beherrschen.

Wenn unsere Leute den Mut haben, die heutige Autonomie auszunützen, wäre das schon viel. Italienische Institutionen abschaffen (Rechnungshof, Regierungskommissariat abschaffen!). Dass dies nicht geschehen ist, daran ist das Land auch selbst schuld – weil sie ein Sicherheitsventil gebraucht haben. Mitte der  90er Jahre wäre die Möglichkeit gewesen, als sie bei den Regierungsparteien das Zünglein an der Waage waren. „Wenn man schon Angst hat vor dem, was jetzt ist, ist es schwierig, mehr zu erreichen.“

Können die heutigen Probleme im Rahmen der derzeitigen Autonomie gelöst werden?

„Ja es braucht nur Menschen mit Schneid.“

Wie müssen sich die gesetzlichen bzw. staatlichen Rahmenrichtlinien ändern, damit Ihre Ideen und Vorstellungen am besten umgesetzt werden

Nichts, es braucht nur Schneid. Vielleicht fehlt bei Themen wie Toponomastik, auch das Interesse.

Zukunft: Wo sehen Sie unser Land im Jahr 2025?

Die Schule wird das Zünglein an der Waage. Wenn dort eine Änderung eintritt, stehen wir gut da. Wir haben noch unsere Wurzeln in der Schule kennengelernt. In der heutigen Schuldbildung wird  viel zu wenig Geschichte gelehrt.

Die italienische Geschichte beginnt mit der Einigung Italiens. 1848. Und zwischen den alten Römern und diesem Datum gibt es nichts.

Wenn die Schule so weiter macht wie jetzt, gehen wir kulturpolitisch baden. Mit der Auswirkung, dass die Gleichgültigkeit noch viel größer wird und ein Identitätsverlust auf allen Ebenen einsetzen wird.

Mit dem steht und fällt die Autonomie.

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