iatz! an Morgen denken – in Lana

LANA – Die Schützenkompanie Lana hat am Freitag, den 8. April 2022 zu einer Diskussionsrunde mit dem Motto „iatz! an Morgen Denken – Südtirol kann“ geladen. Hauptmann Andreas Pixner konnte dabei Experten aus Politik und Wirtschaft am Podium begrüßen. Das Publikum beteiligte sich angeregt an der Diskussion.

Südtirol zu stark an Italien orientiert

Der Bürgermeister von Lana Harald Stauder begann mit einem Impulsreferat, in dem er betonte, dass die Südtiroler Politik früher sich immer Regionen nördlich von Südtirol als Vorbild genommen hat. Aktuell vergleicht man sich nur mehr mit italienischen Provinzen, damit man selbst gut dasteht. Eigentlich sollte man sich an besser funktionierende Verwaltungseinheiten orientieren.

Mit mehr Eigenständigkeit günstigere Strompreise für Südtiroler

Federico Giudiceandrea vom Unternehmerverband gab sich betont optimistisch und sieht Südtirol international in jeder Beziehung gut dastehen. Grundlage dafür ist die Autonomie. Das Bemühen um den Erhalt der Autonomie ist sehr wichtig und man könnte oft auch mehr daraus machen, wie zum Beispiel aktuell in der Frage der Energiepolitik: wenn man mehr auf Eigenständigkeit bedacht wäre, könnten in Südtirol die Energiekosten günstiger sein.

Autonomie kann nur durch gute Beziehungen in Rom bewahrt werden

Senatorin Julia Unterberger vertrat den Standpunkt, dass nur das Festhalten an der Autonomie realistisch ist. Die Autonomie ist nicht immer perfekt, aber mit guten Beziehungen kann man in Rom oft viel erreichen, damit das Verfassungsgericht nicht alle Südtiroler Gesetze kippt.

Schottland ist gutes Beispiel, wie Unabhängigkeit demokratisch gehen kann

Wolfgang Niederhofer, Mitglied des Autonomiekonvents, verweist auf das Beispiel Schottland, wo das Parlament in London eine Abstimmung zugelassen hat, ob Schottland einen eigenen unabhängigen Staat bilden sollte. In Europa können neue Staaten entstehen, wenn dies demokratisch legitimiert wird.

Die Truhe der Autonomie ist halb leer – mehr Unabhängigkeit ist notwendig

Bezirksmajor Peter Frank verglich das Land Südtirol mit einer schönen Bauernstube, wo eine Truhe steht, in der einmal die gute Autonomie drin war. Jetzt ist die Truhe nicht mehr so gefüllt wie früher, viel wurde herausgenommen – es ist höchste Zeit, nach mehr Unabhängigkeit zu streben.

Engpässe und Pflegenotstand sind Folge mangelnder Autonomie

Toni Tschenett, Vorsitzender des ASGB, griff das Beispiel der heute fast leeren Truhe auf und machte darauf aufmerksam, dass viele Probleme heute von der mangelhaften Autonomie abhängen. Als das zentralistische Rom die Facharztausbildung für Südtiroler Ärzte untersagte, kam es erstmals zu einem Ärztemangel. Und seitdem die Regierung Monti einen Aufnahmestopp im öffentlichen Bereich verhängte, musste auch Südtirol diesen Weg gehen. Daraus folgten weitere Engpässe im Pflegebereich.

Wenn Südtirol nicht aufpasst, wird die Truhe der Autonomie noch mehr ausgenommen mit dem neuen Lehrlingsgesetz. Sollte dieses beschlossen werden, dann würde die Ausbildung der Lehrlinge ernsthaft gefährdet.

Alle Beteiligten bestätigten, dass die Autonomie nur weiterleben wird, wenn man sich um sie kümmert. Das Streben nach einem eigenen Staat oder die Eingliederung in Österreich sind wichtige Argumente, die man nicht aus den Augen lassen soll.

iatz! an Morgen denken in Lana, 8.4.2022

An Morgen denken… Südtirol kann

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