Interview: Fragen an die Süd-Tiroler Freiheit

Haben sie ein Zukunftsmodell für unser Land? Und wie sieht es aus?

Der erste und wichtigste Schritt besteht darin, dass den Süd-Tirolern endlich das Selbstbestimmungsrecht gewährt wird. Eine Volksabstimmung über die zukünftige Zugehörigkeit Süd-Tirols ist das einzig gerechte Mittel zur Lösung des Süd-Tirol-Problems.

Welche Vorteile sehen Sie bei ihrem Model im Vergleich zu anderen Modellen/Lösungsvorschlägen?

Wie man bereits an den Abstimmungen in Schottland und Katalonien gesehen hat, ist die Selbstbestimmung ein friedliches und demokratisches Instrument, um die Bevölkerung selbst entscheiden zu lassen, wie sie sich die Zukunft ihres Landes vorstellt – so auch in Süd-Tirol. Die Selbstbestimmung schließt niemanden aus und gibt kein Modell vor, sondern bietet allen Sprachgruppen die Möglichkeit, über die Zukunft des eigenen Landes frei mitzubestimmen.

Hat Ihr Modell auch Schwachpunkte?

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist in Artikel 1 der Menschenrechtspakte verankert und somit Ausdruck der Freiheit, die allen Völkern zusteht. Das Wissen über dieses Recht muss noch weiter verbreitet werden. Dieses Recht muss letztendlich aber auch eingefordert werden, damit es umgesetzt wird.

Was sind die mittel- bzw. langfristigen Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele?

Im Jahr 2013 hat die Süd-Tiroler Freiheit landesweit ein selbstiniziiertes Selbstbestimmungs-Referendum durchgeführt. Mit dieser Aktion wollten wir die Bevölkerung über das Selbstbestimmungsrecht aufklären und aufzeigen, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung eine Volksabstimmung wünscht. Auch die aktuelle Diskussion im Süd-Tirol-Konvent zeigt, wie groß der Wunsch nach Selbstbestimmung ist. Man will sich nämlich nicht länger von Italien bevormunden lassen. Es gilt, nach dem Vorbild Schottlands mit Italien in Verhandlungen zu treten, damit eine Volksabstimmung durchgeführt wird.

In welchem zeitlichen Rahmen können Sie sich vorstellen, dass Ihre Ideen umgesetzt werden können?

Aufgrund der aktuellen zentralistischen Entwicklungen des italienischen Staates werden die Regionen und Provinzen mehr und mehr geschwächt. Diese zunehmende Bevormundung durch den italienischen Staat ist besonders für eine ethnische Minderheit wie die Süd-Tiroler verheerend. Deshalb ist es dringend notwendig, den Wünschen der Bevölkerung nach Unabhängigkeit so schnell als möglich nachzukommen. Die Umwälzungen des Jahres 1989 haben gezeigt, dass sich in der Geschichte manchmal innerhalb weniger Tage alles ändern kann. Dies gilt auch für Süd-Tirol. Je schneller sich Süd-Tirol von Italien loslöst, desto besser.

Wie möchten Sie die Bevölkerung von ihrem Modell überzeugen?

Mit dem Selbstbestimmungs-Referendum haben wir bereits aufgezeigt, wie die Selbstbestimmung in Süd-Tirol umgesetzt werden könnte. Das Recht auf Selbstbestimmung ist in Artikel 1 der Menschenrechtspakte verankert und steht den Völkern und somit auch den Süd-Tirolern ganz klar zu. Diese Tatsache wurde auch von renommierten Rechtswissenschaftlern wie Daniel Turp bestätigt. Genauso wichtig ist es aber, dass die Selbstbestimmung nicht nur theoretisch behandelt wird, sondern, dass der Bevölkerung ein Gespür dafür gegegeben wird, was es effektiv bedeuten würde, in einer freien und demokratischen Volksabstimmung selbst über die Zukunft Süd-Tirols abzustimmen. Durch Veranstaltungen wie „IATZ“ werden Völker, die einer Minderheit angehören, zusammengeführt und bestärkt, ihren Weg nach Freiheit fortzusetzten, damit Unrechtsgrenzen beseitigt werden. Die Bevölkerung hat die Möglichkeit sich zu informieren, zu überzeugen und sich zukünftig selbst für die Durchsetzung ihres Rechtes auf Selbstbestimmung einzusetzen. Wenn der Ruf der Bevölkerung nach Selbstbestimmung laut genug ist, kann er (von der Mehrheitspartei) nicht mehr ignoriert werden.

Zukunft: Wo sehen Sie unser Land im Jahr 2025?

Im Jahre 2025 sollten wir bereits 5 Jahre Unabhängigkeit von Italien feiern.

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