Interview: Fragen an die Freiheitlichen

Haben sie ein Zukunftsmodell für unser Land? Und wie sieht es aus?

Unser Zukunftsmodell für die Heimat sieht den „Freistaat Südtirol“ vor. Es gilt mit Entschlossenheit und Selbstbewusstsein in Richtung Unabhängigkeit zu blicken. Schließlich geht es um die Freiheit dieses Landes unter der Berufung auf das unveräußerliche Recht auf Selbstbestimmung. Der „Freistaat Südtirol“ ist ein demokratischer, sozialer und dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verpflichteter Rechtssaat.

Welche Vorteile sehen Sie bei ihrem Modell im Vergleich zu anderen Modellen/Lösungsvorschlägen?

Der „Freistaat Südtirol“ ist ein einzigartiges Friedensprojekt, getragen von der deutschen, ladinischen und italienischen Sprachgruppe. Vor allem die Tatsache, dass wir Südtirol in einem Freistaat unabhängig und souverän wären, ist der wichtigste Vorteil gegenüber anderen Modell. Unsere Zukunft würde von uns selbst abhängen und nicht von Italien. Wir könnten uns endlich auch daran machen, Südtirol frei zu gestalten und die Herausforderungen zu meistern, die auf dieses Land zukommen. Zuwanderung, Souveränitäts-Verlust durch Brüssel und der gesellschaftliche Wertewandel sind Phänomene, die nicht spurlos an Südtirol vorüber gehen werden. Südtirol ist auf dem besten Weg, sich selbst in Frage zu stellen und sich selbst abzuschaffen, was nicht allein an Italien liegt und auch nicht auf die Italiener zurückzuführen ist, sondern vordergründig an der derzeitigen Regierungspolitik von SVP und PD.

Hat Ihr Modell auch Schwachpunkte?

Der „Freistaat Südtirol“ bedarf nicht nur der Zustimmung einer qualifizierten Mehrheit der Bevölkerung, sondern muss von der tatsächlichen Mehrheit der deutschen, ladinischen und italienischen Sprachgruppe mitgetragen werden.

Was sind die mittel- bzw. langfristigen Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele?

Vor allem muss gezielte Informationsarbeit geleistet werden und es sind alle gesellschaftlichen Schichten Südtirols und alle Volksgruppen einzubinden und mitzunehmen. Eine besondere Verantwortung tragen die politischen Parteien in Südtirol. Letztlich benötigen wir für eine Abtrennung vom Zentralstaat eine politische Mehrheit in Südtirol. Die Politik muss sich ein realistisches Ziel vor Augen führen und in den Mittelpunkt stellen. Dieses Ziel ist mit Leben und mit Inhalten zu füllen. Die Politik hat konkrete Handlungsschritte vorzugeben und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Schutzmacht Österreich sollte dabei die Anliegen der Südtiroler auch auf größerer Bühne vertreten. Die Südtirol-Politik an sich kann aber nur von den Südtirolern selbst gemacht werden.

In welchem zeitlichen Rahmen können Sie sich vorstellen, dass Ihre Ideen umgesetzt werden können?

Es liegt heute an uns Südtirolern selbst über unsere Zukunft zu bestimmen. Es hängt vom Mehrheitswillen der Bevölkerung ab, wann die Idee des „Freistaates Südtirols“ umgesetzt wird. Es gilt die Gelegenheiten zu nutzen, die sich öffnen und sowohl die politischen als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, wie das unveräußerliche Recht auf Selbstbestimmung, geltend zu machen.

Wie möchten Sie die Bevölkerung von ihrem Modell überzeugen?

Die Bevölkerung muss über den Inhalt des Projektes Freistaat voll inhaltlich informiert werden. Information ist das Wichtigste! Es wird ein schwieriger und steiniger Weg. Wir sind aber entschlossen, diesen Weg zu gehen, weil es die große Perspektive für dieses Land ist. Diesen Weg gilt es nicht nur mit Begeisterung zu gehen, sondern auch mit Ausdauer, Langatmigkeit und dem Bewusstsein, dass viel Kleinarbeit ansteht.

Zukunft: Wo sehen Sie unser Land im Jahr 2025?

Bis zum Jahr 2025 sollten zumindest die Weichen in Richtung Unabhängigkeit Südtirols gestellt sein. Der Schutz des Friedens, der Gleichberechtigung und der ethnischen Partnerschaft unter den deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppen soll soweit gediehen sein, dass sich die Perspektive des „Freistaates Südtirol“ öffnen kann.

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